Startseite » People » „Plötzlich kam ein bunter Fleck geflogen“
"Plötzlich kam ein bunter Fleck geflogen"
Das farbenfrohe Gefieder des Eisvogels macht ihn für Naturfotografen zum begehrten Motiv. Doch nur wenige bekommen ihn vor die Linse. Matthias Schwark aus Neuburg ist es gelungen. Mit espresso teilt er sein Erlebnis.
DER EISVOGEL
Nachdem ich zuvor mehrere Tage im Herbst 2018 die Gewohnheiten des Eisvogels an dieser Stelle im Auwald bei Neuburg an der Donau studiert hatte, begann ich mich mit Tarnanzug ins Schilf zu legen. Auch mein Vater (76), mit dem ich gemeinsam viele solcher Unternehmungen plane, war jedes Mal dabei.
Jeden Abend zur genau gleichen Zeit schleppten wir leise unsere schwere Fotoausrüstung durch den Sumpf an die selbe Stelle. Das abendliche Gegenlicht umrandete in der goldenen Stunde alles mit einem Kranz aus Licht. Hier ragte auch ein recht schöner Ast aus dem Wasser, an dem wir ihn zuvor häufig sitzen sahen. Nach einigen Malen, an denen der Vogel nur selten vorbeikam, hatte hier sogar eine Spinne ihr Netz gesponnen, was im Abendlicht phänomenal aussah. Zwischen gefühlt tausend Mücken und quakenden Fröschen kam plötzlich lautlos ein bunter Fleck geflogen, setzte sich auf genau die richtige Stelle und blieb dort für mehrere Minuten sitzen.
Diese Minuten haben jedoch die tagelange Vorbereitung mehr als ausgeglichen. Knapp 5 Meter entfernt unbemerkt im Schilf neben einem so besonderen und schönen Vogel zu sitzen und ihm beim Jagen zuzusehen, ist jede noch so lange Planung wert.
Ein Eisvogel ist sehr klein und schnell, was das Fotografieren sehr schwierig gestaltet. Trotz großer Brennweiten bekommt man doch nur in naher Distanz scharfe Bilder. Zusätzlich sind Eisvögel im Normalfall sehr scheu, fliegen bei der kleinsten Störung einfach zu einem anderen Gewässer und lassen sich für längere Zeit nicht mehr blicken.
Wer selbst einmal einen Eisvogel zu Gesicht bekommen will, dem empfehle ich, an Stauseen die Augen offen zu halten. Das ruhige Wasser und die vielen kleinen Fische, von denen sie sich hauptsächlich ernähren, machen diese Gegend zu einem idealen Jagdplatz. Hier sitzen sie häufig an aus dem Wasser ragenden Ästen oder fliegen sehr nah über die Wasseroberfläche. Trotz ihres bunten Gefieders sind sie oft nur sehr schwer mit dem bloßen Auge zu erkennen. Aus diesem Grund ist es wichtig, auch den Ruf des Eisvogels zu kennen. Dieser sehr hohe und laute Pfiff ist auch über größere Distanzen hörbar. Eine kurze Recherche im Internet ist völlig ausreichend.
Seit es durch Corona sehr viele Leute zum Spazieren in den Wald treibt – was nur verständlich ist -, kommen wir jedoch in großen Mengen in solche Gebiete, in denen zuvor nur selten Menschen waren. Daher ist es sehr wichtig sich auch dementsprechend ruhig zu verhalten. Andernfalls tun wir den Lebewesen in unserer Umwelt unbewusst nichts Gutes. Diese flüchten häufig panisch in ein anderes Gebiet, das für sie nicht ausgelegt ist oder in dem sie nicht genug zu fressen finden. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass wir uns besonders im Wald ruhig verhalten. Das ist vielen noch nicht bewusst gewesen.
Eine kleine exklusive Auswahl an Kunst-Drucken könnt ihr unter matthiasschwark.de erwerben.
Mehr über Matthias Schwark erfahrt ihr hier:
“Für ein gutes Foto muss ich bis zu 4 Stunden im Schlamm liegen”
Ihr habt auch ein außergewöhnliches Foto gemacht und wollt darüber berichten? Wir freuen uns auf eure Nachricht an birkl.s@espresso-mediengruppe.de!

Zwischen Romantik & Realismus
Steffen Kopetzky begab sich auf die Spuren von Heinrich Heine und erzählt darüber in seinem neuen Buch „Die Harzreise. Eine Deutschlanderkundung“.

Volksfest Ingolstadt startet am Freitag
Von Freitag, 22. Mai, bis Sonntag, 31. Mai, öffnen sich die Pforten des Pfingstvolksfestes, das heuer bereits zum 80. Mal stattfindet. Den Beginn läuten um 17.30 Uhr die „Schanzer Musikanten“ mit einem Standkonzert vor dem Herrnbräu-Festzelt der Familie Lanzl ein. Dort wird Oberbürgermeister Dr. Michael Kern um 18 Uhr das Pfingstvolksfest mit dem traditionellen Fassanstich offiziell eröffnen.

Zweite Blüte
An Paul Melia kommt man in Ingolstadt eigentlich nicht vorbei. Vielleicht kennt nicht jeder sein Gesicht, wohl aber seine Handschrift. Als Landschaftsarchitekt bei der GWG Ingolstadt ebnet Melia seit Jahren Wege für andere. Ziemlich buchstäblich. Er entscheidet, wo Menschen laufen, wie Kinder spielen und wie sie fallen.

Von der ehelichen Pflicht und zeitlosen Sehnsucht des Menschen
Ich erinnere mich noch ein wenig an meine Urgroßmutter. Jahrgang 1899. Zwei Weltkriege hat sie erlebt – die Mondlandung hielt sie für ausgemachten Unsinn. Wenn eines von uns Kindern nackt durchs Haus flitzte, kam zuverlässig der Kommentar: „Sei ned so unkeusch!“ Ich war vier, als sie starb. Es war eine andere Zeit, die sie prägte.

Was wollen wir uns leisten?
Die Stimme bricht, die Tränen steigen ihr in die Augen. Beate Diao steht an einem Freitagabend verloren auf der Bühne in der Harderbastei und blickt in die Menge. In diesen Tagen feiert sie mit ihrer Kunst- und Kulturbastei 20-jähriges Jubiläum. Eigentlich ein Grund zu strahlen, doch die Sparmaßnahmen der Stadt könnten das Aus für den Verein bedeuten. Was für Kinder und Jugendliche dadurch verloren ginge, wird an diesem Tag so sichtbar wie selten.

Keine Überraschung: De Lapuente wird 3. Bürgermeister
Ein weiterer Meilenstein der Absprachen zwischen CSU, SPD und Grünen für die neue Wahlperiode ging heute reibungslos über die Bühne. Christian De Lapuente wurde zum Dritten Bürgermeister der Stadt Ingolstadt gewählt.
