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Fridays For Future und Verdi: Hand in Hand

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Fridays For Future und Verdi: Hand in Hand

Fotos: Sebastian Birkl

Globaler Klimastreik am 03. März 2023 in Ingolstadt

„Die Erde brennt“ steht auf einem grellgrünen Banner, das die Ingolstädter Fridays For Future-Ortsgruppe häufig zu ihren Klimastreiks präsentiert. Am heutigen Freitagnachmittag versammelten sich anlässlich des Globalen Klimastreiks erneut über 200 Anhänger*innen der Klimaschutzbewegung auf dem Theaterplatz. Dieses Mal an ihrer Seite: Mitglieder der Gewerkschaft Verdi.

Die internationale Energieagentur (IEA) hatte gestern Folgendes zu verkünden: Die weltweit durch Energieerzeugung bedingten CO2-Emissionen sind im Jahr 2022 um 0,9 Prozent (321 Millionen Tonnen) gestiegen. Damit wurde ein neuer Höchststand von über 36,8 Milliarden Tonnen erreicht. Die IEA drängt auf mehr Tempo beim Klimaschutz – eine Position, die auch Fridays For Future seit Beginn vehement vertritt.

Der IEA-Bericht führt aber auch eine positive Entwicklung auf: „Die Auswirkungen der Energiekrise haben nicht zu dem anfänglich befürchteten starken Anstieg der globalen Emissionen geführt – und das dank des herausragenden Wachstums von erneuerbaren Energien, Elektrofahrzeugen, Wärmepumpen und energieeffizienten Technologien«, sagte IEA-Direktor Fatih Birol. Dennoch sieht er durch die steigenden Emissionen aus fossilen Brennstoffen die  Bemühungen um die Erreichung der weltweiten Klimaziele behindert.

Oder kurz gesagt: Zwar nicht so schlimm, wie befüchtet, aber bei weitem noch nicht gut.

Verdi meets Fridays For Future

Die heutige Demonstration in Ingolstadt stand unter dem Motto „International auf der Straße für die Energiewende“. Die Ortsgruppe wollte dabei „ein lautstarkes Zeichen setzen für eine klimagerechte und sozial ausgewogene Lösung des Energieproblems“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Die Forderungen daraus: Energie müsse für alle bezahlbar bleiben, der Kohleausstieg dürfe nicht mehr länger verschleppt werden und der Energieverbrauch müsse allgemein gesenkt werden. In den heutigen Redebeiträgen wurde klar: Die junge Generation denkt den Klimaschutz auch antikapitalistisch.

In vielen deutschen Städten gingen heute Mitglieder der Gewerkschaft Verdi mit auf die Straße. Auch in Ingolstadt kam es durch den zeitgleich zur FFF-Demo stattfindenden Verdi-Warnstreik im öffentliche Nahverkehr zu Einschränkungen. Die Forderungen der Gewerkschaft: Mehr Geld, mehr Beschäftigte, weniger Arbeitsdruck. Für FFF ist klar: eine Mobilitätswende muss her, um die Klimaziele zu erreichen. Weg vom Individualverkehr, hin zu mehr ÖPNV. Die direkte Folge: im ÖPNV würde deutlich mehr Personal benötigt – und das wird ohne die passenden Arbeitsbedingungen schwer. Vor allem in einer Zeit, in der so gut wie jede Branche um Arbeitskräfte ringt.

„Unter Verkehrs- und Mobilitätsexperten herrscht unterdessen weitgehend Konsens, dass sich die Klimaziele nur mit einer vollständigen Neuausrichtung der Verkehrspolitik auf die Schiene verwirklichen lassen“, heißt es in einem ZDF-Bericht von gestern. Darin allerdings folgende Hiobsbotschaft: Der sogenannte Deutschlandtakt sollte den Schienenverkehr in Deutschland bis 2030 auf Vordermann bringen und so zur Erreichung der Klimaziele beitragen. Nur wurde das Projekt Deutschlandtakt jetzt verschoben – auf das Jahr 2070 (!).

Jonas Scheuerer

Pressesprecher FFF Ingolstadt
"Es reicht nicht, einfach von Verbrennern auf E-Autos umzustellen. Wir brauchen einen grundlegenderen Wandel vom Individualverkehr hin zu einem gut ausgebauten und verlässlichen öffentlichen Personenverkehr. Um dies leisten zu können, wird gerade im ÖPNV deutlich mehr Personal benötigt. Mehr Personal kann aber nur gewonnen werden, wenn z.B. Busfahrer*innen gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung geboten wird. Wir solidarisieren uns daher ausdrücklich mit den Forderungen der Gewerkschaft ver.di in den laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst."

Im Anschluss an die Redebeiträge auf dem Theaterplatz schlängelte sich der Demozug einmal quer durch die Stadt. Zu einer kuriosen Situation kam es dabei auf dem Rückweg über den Rathausplatz, als plötzlich die Anhänger einer zweiten Demonstration um die Ecke bogen. Die Demonstranten – allem Anschein nach aus dem kommunistischen Lager – hatten einen Hänger mit riesiger Rakete und „Hammer und Sichel“-Symbol im Schlepptau.

FOTOGALERIE

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