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Ramadan – was ist das eigentlich genau?
Ostern, Pfingsten, Weihnachten – für die meisten von uns ist es völlig normal, diese Tage zu feiern. Doch für Muslim*innen gibt es eine Zeit im Jahr, die noch viel wichtiger ist. Die so besonders ist, das viele sich das ganze Jahr darauf freuen: Ramadan. Doch warum gibt es den Ramadan überhaupt und welche Regeln gibt es zu beachten? Im Artikel haben wir die wichtigsten Fragen zusammengefasst.
Was ist der Ramadan?
Ramadan heißt der neunte Monat im Islamischen Kalender. Er ist der Fastenmonat der Muslim*innen, dauert 29 oder 30 Tage und endet mit dem Fest des Fastenbrechens. Auf Arabisch heißt es Id al-Fitr. Im türkischen Raum wird es auch „Zuckerfest“ (Seker Bayrami) genannt.
Wortherkunft
Die arabische Wortwurzel „rmd“ verweist ursprünglich auf die sommerliche Hitze der Arabischen Halbinsel: „erhitzter Boden, Verbranntsein“. Ramadan bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie „der heiße Monat“.
Warum gibt es den Ramadan?
Den Ramadan gibt es, weil er als Gebot im Koran steht. Das Gebot heißt „Saum“ und gehört neben der Pilgerfahrt nach Mekka, dem Glaubensbekenntnis, dem täglichen Gebet und der sozialen Wohltätigkeitzu zu den „Fünf Säulen des Islam“. Das Fasten nimmt also für gläubige Muslim*innen einen hohen Stellenwert ein, vergleichbar mit dem Weihnachtsfest für das Christentum. Es ist ein besonders heiliger Monat, der von tiefer Religiosität geprägt ist.
Wozu dient das Fasten?
Das Fasten soll dazu dienen, Körper und Seele zu reinigen, sich von Streitereien fernzuhalten, Konflikte zu lösen und seinen Mitmenschen Gutes zu tun – im besten Fall soll das Fasten eine Art Reinigungsprozess im Inneren auslösen. Für Muslim*innen ist diese Zeit wichtig, um sich mehr als sonst auf den Glauben zu besinnen, von den alltäglichen Ablenkungen wie Essen und Trinken loszusagen und so Gott ein Stück näher zu kommen. Viele nutzen den Monat auch, um einmal kritisch über das eigene Verhalten und die eigene Lebensweise nachzudenken und sich so von unliebsamem Ballast zu trennen.
Wann findet Ramadan statt?
Ramadan ist ein Fest, das jedes Jahr zu einer anderen Zeit stattfindet. Denn die Fastenzeit richtet sich nach dem Mond bzw. nach dem islamischen Mondkalender. Heuer beginnt der Ramadan am 13. April und endet am 12. Mai.
Gefastet wird von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang. Traditionell wird das tägliche Fasten im Ramadan nach dem Abendgebet mit dem Iftar, einem festlichen Abendessen, gebrochen.
Das Ende des Ramadan ist einer der wichtigsten muslimischen Feiertage: das Fastenbrechfest Id al-Fitr. Das dreitägige Fest beginnt in Deutschland am 13. und dauert bis zum 15. Mai 2021. Freunde und Verwandte werden besucht, ähnlich wie es in der christlichen Welt etwa zu den Weihnachtstagen durchgeführt wird. Es werden häufig Süßigkeiten verschenkt sowie verschiedene Speisen auf den Tisch gebracht. Zum Fest des Fastenbrechens gehört traditionell der Besuch einer Moschee sowie des Friedhofs zum Gedenken an verstorbene Angehörige. An beiden Stellen werden Koranverse und Gebete vorgetragen.
Kleine Wortkunde
Wer darf fasten? Wer muss nicht fasten?
Nicht fasten dürfen Frauen, die ihre Periode haben oder im Wochenbett sind sowie Schwerkranke. Erst wenn sie gesund sind, müssen sie die versäumten Tage nachfasten bis zum nächsten Ramadan.
Wer nicht fasten muss, aber kann: Reisende, Schwangere, Stillende, Kinder, Altersschwache, Kranke.
Ein typischer Tagesbalauf im Ramadan
Während des Ramadan klingelt der Wecker in vielen musilimischen Familien sehr früh. Denn Frühstück gibt es nur bis zum Beginn der Morgendämmerung. Ein reichhaltiges Essen als Grundlage für den Tag ohne Nahrungsaufnahme ist jetzt wichtig. Und vor allem ist es wichtig, genug zu trinken, um den Körper fit zu halten. Nach dem Frühstück sprechen viele ihr erstes Gebet oder lesen im Koran.
Während des Ramadan gehen Muslim*innen ganz normal ihrer Arbeit nach, tun die Dinge, die sich normalerweise auch tun würden. Auf anstrengende Tätigkeiten, die nicht unbedingt erledigt werden müssen, verzichten viele. Stattdessen nutzen viele die Zeit, um im Koran zu lesen und zu beten.
Nach dem Sonnenuntergang darf das Fasten gebrochen. Traditionell und gemäß dem Koran wird das Fasten mit Datteln und Wasser gebrochen. Die Gemeinschaft mit anderen spielt eine wichtige Rolle. Es gehört zur allgemeinen Praxis, dass das Fastenbrechen in der Gemeinschaft stattfindet – entweder zu Hause mit Familie und Freunden oder in der Moschee. Dieser Aspekt kann aufgrund von Corona allerdings nicht in dem Maße ausgelebt werden wie noch vor der Pandemie. Dadurch ist Ramadan aktuell für viele eine Zeit, in der sich zu sich finden und an sich selbst arbeiten.

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