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Das ist Mundraub!
Deine Stadt ist essbar! Obst, Kräuter und Nüsse wachsen im öffentlichen Raum und warten nur darauf, von dir gepflückt zu werden. Damit ihr nicht so lange suchen müsst, gibt es eine digitale Karte mit zehntausenden Fundorten – von Mundräubern für Mundräuber. Aktuell beliebt: der Bärlauch.
Auf der digitalen Karte von Mundraub.org kann – oder eher soll – jeder seine Entdeckung eintragen. Die Mission der Gründer ist nämlich: „Wir verbinden Menschen mit Obstbäumen.“ Neben Obst gibt es auch noch Einträge für Kräuter und Nüsse.
Die Idee entstand, als die beiden Gründer*innen Kai Gildhorn und Katharina Frosch auf einer Paddeltour in Sachsen-Anhalt unterwegs waren. Als Proviant im Gepäck: in Plastik verpackte Supermarktfrüchte. Ihr „offensichtlich fragwürdiges Konsumverhalten“ wurde ihnen bewusst, als sie das Obst bemerkten, dass um sie herum in Hülle und Fülle wuchs. Wenig später war die Plattform geboren.
Doch auch Mundräuber müssen sich an Regeln halten:
- Stelle vor dem Eintragen und/oder Ernten sicher, dass keine Eigentumsrechte verletzt werden.
- Gehe behutsam mit den Bäumen, der umgebenden Natur und den dort lebenden Tieren um. Für den Eigenbedarf pflücken ist erlaubt, aber nicht in großem Stil gewerbsmäßig, dazu braucht es eine behördliche Genehmigung.
- Teile die Früchte deiner Entdeckungen und gib etwas zurück.
- Engagiere dich bei der Pflege und Nachpflanzung von Obstbäumen.
Bärlauchsaison
Eine Plattform wie Mundraub.org steht und fällt mit den Mitgliedern, die sie bestücken. Über 90.000 „Mundräuber“ gibt es bereits, über 60.000 Fundorte haben diese eingetragen. Auf Quantität kommt es allerdings nicht an. „Lieber möchten wir auf der Karte wenige, dafür jedoch zuverlässige Einträge vorfinden, als eine Vielzahl beliebiger Einträge, die den mundräuber-Regeln widersprechen“, heißt es von den Verantwortlichen.
Je aktueller eine solche Community-Karte ist, desto besser. Gerade ist Bärlauchsaison und auch dafür finden sich in Ingolstadt & Umgebung ein paar Einträge. Bei einem davon ist folgender Kommentar vom 3. April 2021 zu lesen: „Waren heute dort, super ertragreich, rechtsseitig der Straße, mit Blick auf das Wasser, findet man sofort!“
Ein guter HInweis also, denn die meisten Bärlauchfundorte wurden schon vor ein paar Jahren eingetragen. Auch wenn es wahrscheinlich ist, dass dort immer noch Bärlauch zu finden ist, sind es genau solche Kommentare der Mundräuber-Community, die enorm hilfreich sein können.
Wenn ihr auch Lust auf Bärlauch habt, haben wir hier ein leckeres Bärlauchpesto-Rezept für euch. Doch Vorsicht: beachtet unbedingt unseren Hinweis auf Verwechslungsgefahr ganz am Ende des Artikels. Bevor ihr etwas aus der Natur pflückt, solltet ihr euch vorher immer ausgiebig informieren! Das gilt natürlich auch für alles, was bei Mundraub.org zu finden ist.
REZEPT
So geht’s: Frischen Bärlauch waschen und trocken tupfen. Den Bärlauch mit den Walnüssen und den Cashewkernen in einem Standmixer oder Pürierstab zu einer sämigen Masse vermixen. Das Olivenöl, den Zitronensaft, den geriebenen Parmesan und das Salz hinzugeben. Kurz auf höchster Stufe vermixen. In wiederverschließbare Gläser abfüllen.
Die Gläser am besten vorher abkochen und eine fingerdicke Olivenölschicht auf das abgefüllte Pesto geben. Durch die luftdichte Ölschicht ist das Pesto im Kühlschrank bis zu 4 Wochen haltbar. Für die vegane Variante klickt hier.
Foto: Adobe Stock / Annika Gandelheid

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