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Mein neues Leben in Bella Italia

Letztes Jahr war sie noch als Mode-Fotografin für unser Magazin unterwegs. Jetzt lebt Lena Kreis in Italien. Wie kam es dazu? Und würde sie den Schritt wieder gehen? Im Reisebericht erzählt sie von ihrem Alltag jenseits der Alpen.
Ich habe mich letztes Jahr nach einem Wechsel von Studium und Arbeit und einem Besuch in Venedig für einen Job in Lucca entschieden. Hier arbeite ich jetzt als Business Development Manager für ein holländisches Unternehmen und fotografiere nebenbei noch in Deutschland Hochzeiten, Pärchen, Babys, Familien, und und und. Fotografisch beschäftige ich mich hier in Italien jedoch hauptsächlich mit der Landschaft in diesem beeindruckenden Land. Mit dabei habe ich deshalb immer: Kamera, GoPro und Drohne.
Aber beginnen wir unsere kleine Italien-Reise in Lucca, der wundervollen und bezaubernden Stadt im Herzen der Toskana – eine Ausfahrt auf der Autobahn zwischen Pisa und Florenz, im Schatten dieser berühmten Städte und doch bietet sie eigentlich so viel mehr.
Lucca hat zwar kein Weltkulturerbe und keine Sehenswürdigkeiten, die Menschen aus aller Welt bestaunen oder wieder geradebiegen möchten – im Vergleich zum schiefen Turm von Pisa und der Kathedrale in Florenz. Und dennoch hat es so viel mehr. Allein die Stadtmauer: für mich wohl der schönste Ort, um einen Spaziergang zu machen, um zu entspannen, um Menschen zu begegnen und um Sport zu treiben. Ob allein, zu zweit oder mit dem Funbike in der Gruppe: es ist immer ein Erlebnis.
Die Sehenswürdigkeiten sind zudem nicht ganz ohne. Neben den wunderschönen Gärten und Palästen (Palazzo Pfanner, Villa Puccini, Villa Bottini), gibt es auch einige Türme, die man besteigen kann und die eine wunderbare Aussicht über Lucca bieten. Der wohl bekannteste Turm ist Torre Guinigi mit den Olivenbäumen on Top.
Lucca




Im Sommer können zudem einige wundervolle, freie Konzerte besucht werden. Im Caffè delle Mura (Caffè auf der Mauer) sorgen lokale Top-Bands und Sänger für beste Unterhaltung. Vor dem Teatro del Gioglio werden regelmäßig Opernauftritte vom Feinsten aufgeführt und in der Villa Bottini gibt’s Open-Air-Kino.
Lucca ist nicht nur die Geburtsstädte von Puccini, einem großen Komponisten, sondern wurde außerdem von Napoleons Schwester Elisa Bonaparte regiert, die hier einige wundervolle Plätze, Gärten und Orte errichten hat lassen
Klassischerweise hat Lucca auch ein Amphitheater. Der Piazza dell’Anfiteatro ist sicher ein Touristenort und dennoch mehr als empfehlenswert. Diese abendliche Atmosphäre im Inneren, die beleuchteten Restaurants und die musikalischen Solisten unterstreichen hier das Leben und Gefühl in Bella Italia.
Firenze & Pisa

Cinque Terre
Genug jedoch vom Inneren der Stadtmauern. Lucca ist für mich der optimale Standort für Sport und Meer. Radfahren ist hier besonders beliebt und unglaublich schön. Der nächste Strand ist 25 Minuten entfernt, den Surfhotspot der Toskana erreicht man in 40 Minuten, die traumhaften Küsten unterhalb Livornos in 60 Minuten. Tagesauflüge sind so ziemlich in alle Richtungen möglich: die romantischen Dörfer nach Cinque Terre, die Touristenhochburgen Pisa und Florenz, die Studentenstädte Bologna und Siena und in drei Stunden ist man in Mailand, Rom und Venedig. Sogar ein Wochenendtrip nach Elba und Sardinien war schon drin.
Elba

Als ich vor 10 Monaten mitten im Lockdown Deutschland verlassen habe, um nach Italien zu ziehen, ohne jemanden zu kennen oder überhaupt mehr als den Touristenwortschatz „Grazie, Prego, Vino Rosso, Pizza Hawaii, Espresso, Cappuccino“ zu beherrschen, hätte ich mir nie zu träumen gewagt, dass ich hier dieses Leben erfahren würde.
Für all meine Erlebnisse selbst bieten die Seiten wohl zu wenig Platz, allerdings möchte ich euch gerne ein paar Highlights mit auf den Weg geben.
– Die Stadt, die mich in der Toskana am meisten fasziniert hat: Siena.
– Der Wein, den ich am liebsten mag: Bolgheri (da ist nicht nur der Wein gut, sondern auch die ganze Umgebung sehenswert).
– Wenn ich zwischen Sardinien und Elba entscheiden müsste: Elba.
– Was eines der besten Erlebnisse hier war: als Fußballfan die EURO2020. Welches Glück muss man haben, genau dann in Italien zu sein.
– Was ich für den Geduldsfaden nicht empfehlen kann: Züge
– Genießen Italiener das Leben mehr? Ja, definitiv. Das heißt aber nicht, dass sie weniger arbeiten. Dafür nehmen sie weder Uhrzeit noch Geld so genau wie die Deutschen. Ich glaube zum Beispiel, dass die meisten Umfälle beim Parken und Türen aufmachen passieren. Ganz nach dem Motto „weils wurscht is“.
– Was mir hier fehlt: richtiges Brot und richtiger Kuchen, meine Familie, Freunde und mein Kater.
Siena

Zuletzt möchte ich noch meine persönliche Antwort auf die Frage geben, ob ich diesen Schritt ins Ungewisse auch anderen Menschen empfehlen würde. JA! Jedem, in jedem Alter. Wahrscheinlich sogar umso älter, umso wertvoller. Sich selbst zu finden, mit sich selbst zu beschäftigen, mit guten und schlechten Seiten besser konfrontiert zu sein, aus der Komfortzone herauszukommen, das wird nicht leichter, wenn man älter wird. Aber jedes Erlebnis wird besser gelebt. Und ich bin noch sehr jung, um „meine Komfortzone verlassen“ als schwierig zu bezeichnen, aber selbst ich hätte mich mit 20 leichter getan.
Der Schritt hat mir gezeigt, was ich schätzen sollte und was ich nicht so sehr brauche, wie wichtig Familie ist und wie schnell Freunde gehen können, wie unendlich Möglichkeiten sind und welche Abenteuer jeder Tag für einen bereithalten kann. Ich bin noch froher darüber, was ich habe und dass ich gesund bin und rege mich über Sachen, die ich nicht ändern kann, weniger auf. Ich glaube, damit habe ich meinen Weg in eine gute Richtung gestartet und ich freue mich auf so viel mehr.
Noch meehr Dolce Vita?
Auf ihrem Blog Servus Erdnuss berichtet Lena ausführlich von ihren Erlebnissen im schönen Italien.

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